Auf meiner Mexiko-Reise musste ich natürlich Chichén Itzá besuchen, eines der sieben Weltwunder der Neuzeit. Früh aufstehen war angesagt, aber als wir angekommen sind, waren die Schlangen an den Kassen schon so lange, dass ich es mir kaum vorstellen wollte, wie voll es über den Tag werden könnte.
Die Pyramiden selbst sind abgesperrt und so konnte man zumindest Fotos ohne Menschen machen, die mir aber zu gewöhnlich und zu langweilig waren.
Oft neigen wir dazu, immer das große Ganze fotografieren zu wollen. Das Haus vollständig von der Straße bis zum Dach, die Blumenwiese samt Himmel oder auch eine ganze Szenerie auf Tierbeobachtung. Das Ergebnis auf dem Foto beinhaltet dann oft Bildanteile, die gar nicht notwendigerweise zu zeigen sind. Zweifelsfrei ist das auch ein gutes Stilmittel, negativen Raum um ein Motiv aufzunehmen, aber ich selbst bin auch ein Freund von Fotos, die das ganze Bild füllen.
Nachdem wir die Basics kennengelernt haben, wollen wir heute mit dem ersten Foto beginnen!
Manchmal sind wir in Städten unterwegs, die überfüllt sind mit Touristen. Meistens wollen wir lieber Fotos machen ohne Menschen, oder nur mit uns. Aber leider ist das nicht immer möglich. Entweder, wir müssen sehr früh aufstehen, so dass die meisten Menschen noch schlafen, oder wir akzeptieren einfach, dass wir nicht alleine sind.
Dieses Foto entstand an einem Herbsttag in Prag. Im Sommer ist die Karlsbrücke überlaufen, im späten Herbst nehmen die Touristenströme ab und es wird ein wenig ruhiger in der Stadt, zumindest bis die Weihnachtsmärkte wieder öffnen.wenn Du also an einem Ort bist, der gut besucht ist, öffne deine Kamera und fotografiere im Live Modus. Bitte beachte, dass Du einen etwas größeren Bildausschnitt wählst, da das Bild später verkleinert wird und es ist zwingend erforderlich, dass Du selbst komplett still stehst und auch nicht das Handy bewegst. Minimalste Bewegungen werden das Bild ruinieren. Nachdem Deine Aufnahme gemacht wurde, wechsle in die Ansicht des Bildes und dort, wo Du „Live“ stehen hast, wählst Du nun „Langzeitbelichtung“. Die Bewegungen werden nun unscharf dargestellt, während alle Gebäude, die Brücke, Statuen und Laternen scharf bleiben.
Natürlich kannst Du auch deine Partner:in oder Freunde ins Bild integrieren. Allerdings müsstet Ihr dann alle ganz ruhig stehen bleiben. Dies gelingt am Besten, wenn Ihr zusammen einatmet, dann gemeinsam ausatmet und die Aufnahme macht.
Wenn du im Nachgang Dein Foto noch zusätzlich bearbeiten willst, finde ich schwarz/weiss immer sehr gut, da grelle Kleidung oder manchmal auch Schilder weniger präsent sind. Alternativ kannst du auch nachträglich Lichteffekte hinzufügen so wie auf dem selben Foto in der englischen Übersetzung. Ebenso kannst du die unterschiedlichsten Presets oder Filter verwenden.
Das Handy ist immer mit dabei – wir navigieren damit, bezahlen unsere Einkäufe, nutzen es für alle Arten von Fortbewegung und für die meisten Menschen ist es die einzige Kamera, die sie besitzen. Auf jeden Fall ist es die leichteste und praktischste Kamera, die uns auf Reisen begleitet.
Sehr oft sehe ich auf meinen Reisen Menschen, die während eines Spaziergangs oder einer Sightseeing Tour Fotos mit ihrem Handy schiessen: Handy raus aus der Tasche, mit einer Hand abgedrückt und eingesteckt. Natürlich gabs da was zu sehen, aber ob das Bild interessant oder nur dokumentarisch ist, kann man selten erkennen. Aber wenn ich dann Stories oder einen Status sehe, denke ich manchmal, das hätte man besser machen können. Auch der ein oder andere Post auf sozialen Medien haben ein tolles Motiv, aber das Foto selbst ist nur Mittelmaß.
In vielen Städten ist es zwischenzeitlich schwerer geworden, die klassischen Plakatwände zu finden, da LED Werbeflächen zunehmend in den Innenstädten zu finden sind. Um so mehr habe ich mich gefreut, diese Wand in Toronto zu finden, die mir eine Geschichte über Freude, Lust und Begierde erzählt.
In many cities, it has become more difficult to find traditional billboards, as LED advertising displays are increasingly common in city centers. That’s why I was so pleased to find this billboard in Toronto, which tells a story of joy, pleasure, and desire.
Manchmal habe ich das Gefühl, ich bewege mich durch Städte und ständig sehe ich Situationen, Menschen und Dinge, die ein Foto wert sind. Manchmal ist es eine bestimmte Lichtstimmung, ein anderes Mal eine Interaktionen zwischen Menschen und manchmal ein Gegenstand. Natürlich habe ich nicht immer eine Kamera bereit, und sicherlich schickt es sich auch nicht, einfach jemandem die Kamera vor das Gesicht zu halten – aber dennoch ertappe ich mich oft dabei, wie ich denke – das wäre ein tolles Bild gewesen.
52 Wochen sind wie im Flug vergangen und ich freue mich auf das neue Jahr. 2026 – ein neues Buch mit 365 leeren Seiten, die wir mit Geschichten, Erinnerungen und Fotos füllen dürfen.
Ein neues Jahr mit neuen Vorsätzen und mit neuen Ideen und Wünschen. Ich habe Wünsche, die sich vielleicht – oder mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erfüllen werden. Zum Beispiel würde ich gerne mal eine Fotoreise nach Äthiopien machen, zu den indigenen Stämmen im Omo Tal. Aber es ist auch gar nicht schlimm, wenn das nächstes Jahr nichts wird, denn manche Träume und Wünsche brauchen eine bestimmte Zeit – und die wird irgendwann kommen. Vielleicht dann auch mit dem passenden Budget.
Das Jahr neigt sich zu Ende und ich habe für mich ein wenig Zeit gefunden, das Jahr Revue passieren zu lassen. Es war ein ereignisreiches Jahr mit vielen tollen Fotomöglichkeiten und mein Anspruch, jede Woche ein aktuelles Foto hier zu veröffentlichen hat sich bis auf wenige Wochen, die krankheitsbedingt keine grosse Möglichkeiten boten, gut erfüllt.