Photo of the Week
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Mein Foto der Woche entstand in der Nähe von Marbella.es ist vielleicht nicht das beste Foto, das einfallsreichste oder außergewöhnlichste. Aber es ist ein persönlicher Moment, der leise war. Dieser Beitrag mag sehr persönlich sein, aber ich möchte meine Plattform nutzen, um meine Gedanken in Worte zu fassen.
Anfang der Woche habe ich erfahren, dass meine Cousine verstorben ist, nach schwerer und langer Krankheit. Ich wusste nicht, dass sie krank war. Wie waren nicht sehr eng, aber immer eng genug, um unregelmäßig zu schreiben. Ein Herz unter einem Status, ein schneller Gruß, die Geburtstagswünsche und Grüße zu Weihnachten. Hier ein Foto aus dem Urlaub, dort ein flüchtiges Treffen auf einer Familienfeier. Man hat sich immer gefreut, sich zu sehen, es gab nie ein böses Wort.
Die letzte Nachricht, die wir persönlich ausgetauscht haben, war ein 😍 unter einem Bild aus Nairobi, das mich mit einer Giraffe zeigt. 20. Juni 2026.
Die vergangenen Tage habe ich mich gefragt, wie schwer eine Last zu tragen sein kann, wenn man sie mit fast niemandem teilt? Wie tapfer und mutig muss man sein, um fast alleine zu kämpfen? Wie gutmütig muss man sein, um andere nicht mit den eigenen Sorgen und Ängsten zu belasten? Und dann frage ich mich zeitgleich, ob es vielleicht auch egoistisch ist, nicht in von Mitleid gefüllte Gesichter zu schauen? Nicht aussprechen zu müssen, dass es einem nicht gut geht? Jemandem anderen zu überlassen, eine traurige Nachricht zu überbringen.
Und dann kommt zu der Traurigkeit auf einmal eine Enttäuschung. Zum Unverständnis ein Anflug von Wut. Alles nicht gerechtfertigt, aber vielleicht ist das so mit der Trauer, die ohne Vorbereitung und mit voller Wucht hereinplatzt. Mit einem Anruf oder Nachricht, die man annimmt ohne das Wissen, das kurz darauf sich offenbart.
Meine Mama hat sehr viel Zeit mit der Familie verbracht, damals, als sie nach Deutschland gekommen ist. Sie war viel mit meiner Tante und den beiden Kindern zusammen. Sie war da, als mein an Parkinson erkrankter Onkel zunehmend mehr Hilfe benötigte, sie ist da für meine Tante, die in einem Pflegeheim mit Demenz lebt. Ich hätte es für sie schön gefunden, es zu wissen.
Der Moment, den ich nie vergessen habe, den wir zusammen erlebten, war ebenfalls ein ganz leiser Moment, aber ein sehr nachhallender. Auf der Beerdigung meines Vaters, als wir dem Sarg zum Grab hinterher gelaufen sind, kam sie zu mir, nahm mich in den Arm und ging den Weg mit mir gemeinsam.
Und genauso leise ist mein Foto für mich. Für alle einer von vielen Sonnenuntergängen. Für mich ein Moment, in dem ich meinen Frieden gemacht habe. An dem ich für mich verstanden habe, dass man Dinge anders machen würde, aber dass jeder das Recht hat, für sich zu entscheiden, anders zu entscheiden, frei zu entscheiden.
My photo of the week was taken near Marbella. It might not be the best, most imaginative, or most extraordinary photo. But it captures a personal, quiet moment. This post may be very personal, but I want to use my platform to put my thoughts into words.
Earlier this week, I learned that my cousin had passed away after a long and severe illness. I hadn’t known she was sick. We weren’t very close, but always close enough to stay in touch sporadically – a „heart“ reaction to a status update, a quick greeting, birthday wishes, and Christmas greetings. A holiday photo here, a fleeting encounter at a family gathering there. We were always happy to see each other; there was never an unkind word or argument.
The last message we exchanged personally was an😍 under a photo from Nairobi showing me with a giraffe. June 20, 2026.
Over the past few days, I have asked myself: how heavy a burden can be when there is almost no one to share it with? How brave and courageous must one be to fight the battle almost alone? How kind-hearted must one be to avoid burdening others with one’s own worries and fears? And at the same time, I wonder if it might also be selfish – avoiding the sight of faces filled with pity? Not having to say out loud that you aren’t doing well? Leaving it to someone else to deliver the sad news.
And then, suddenly, disappointment joins the sadness. A flash of anger mingles with the feeling of unbelief. None of it is justified – yet perhaps that is simply the nature of grief that bursts in without warning, with full force. It arrives with a call or a message – one you answer without knowing what is about to be revealed.
My mom spent a lot of time with the family back when she first came to Germany. She spent many afternoons with my aunt and her two children. She was there when my uncle, who suffered from Parkinson’s, needed increasingly more help, and she is there for my aunt, who lives in a nursing home with dementia. I would have liked for her to know that.
The moment we shared that I have never forgotten was also a very quiet one, yet one that left a deep resonance. At my father’s funeral, as we walked behind the coffin toward the grave, she came up to me, put her arm around me, and walked the rest of the way with me.
And my photo feels just as quiet to me. To everyone else, it is one of many sunsets. To me, it is a moment when I made peace with the situation – when I came to understand that while one might do things differently, everyone has the right to decide for themselves, to choose a different path, and to decide freely.
