Living Walls

Manchmal habe ich das Gefühl, ich bewege mich durch Städte und ständig sehe ich Situationen, Menschen und Dinge, die ein Foto wert sind. Manchmal ist es eine bestimmte Lichtstimmung, ein anderes Mal eine Interaktionen zwischen Menschen und manchmal ein Gegenstand. Natürlich habe ich nicht immer eine Kamera bereit, und sicherlich schickt es sich auch nicht, einfach jemandem die Kamera vor das Gesicht zu halten – aber dennoch ertappe ich mich oft dabei, wie ich denke – das wäre ein tolles Bild gewesen.

Wie oft hetzen wir von A nach B, das Handy in der einen Hand, den Coffee-to-Go-Becher in der anderen Hand, gedanklich gefangen zwischen Terminen und To-Do-Listen? Wie oft sehen wir nichts nach rechts oder links, weil wir keine Zeit haben und im Stress sind? Ich sage mir oft: Wenn ich etwas sehen will, dann muss ich langsam gehen.

Auf einem Spaziergang durch México City habe ich unterschiedliche Plakatwände gesehen. Teile der Plakate haben sich abgelöst und darunter liegende Plakate kamen zum Vorschein. Manchmal größere Teile, manchmal kleinere. Es war schon nicht mehr gänzlich zu erkennen, was die einzelnen Werbungen ausdrücken sollten oder was beworben wurde. Nur einzelne Elemente waren noch sichtbar.

Vielleicht sieht es im großen Ganzen herunterkommen aus, aber im Detail entsteht eine Art Kunst, die man gewollt gar nicht hinbekommen würde. Lebendige Wände, die sich immer weiter verändern und neue Geschichten entstehen lässt. Und sie zeigen die Vergänglichkeit, in der man Schönes, Interessantes und Erinnerungen finden kann.

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Author: Khun Aleks

Photographer into travels, portraits, nature and street shots.

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